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Nutztiere-Ratgeber

Sturer Bock? Das Sozialverhalten von Ziegen

Ziegen sind ausgesprochen soziale Tiere mit starken Bindungen untereinander. Sie sind Herdentiere, die möglichst immer in einer Gruppe zusammenleben wollen. Weitere Informationen über die Sozialstruktur der Ziegen, können Sie in diesem Ratgeber nachlesen.

Ziegen haben soziale Bindungen

Ziegenbock Ziegen haben ein komplexes Sozialverhalten.

Ziegen sind von Natur aus Herdentiere und haben ein durchaus komplexes Sozialverhalten. Will man dieses verstehen, so muss man sich zunächst das soziale Umfeld anschauen, in dem Ziegen in der Natur leben. Die Tiere schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen, die mit einem Familienclan vergleichbar sind. Die meisten Tiere in der Gruppe sind also miteinander verwandt. Die Gruppen sind matriarchalisch strukturiert und werden demnach von weiblichen Tieren dominiert, da die Böcke diese verlassen, um in einer anderen Gruppe eine Partnerin zur Paarung zu finden, sobald sie die Geschlechtsreife erlangen. Aufgrund dieser Gruppenstruktur unterhalten (weibliche) Ziegen soziale Bindungen, die sehr eng sind und über das gesamte Leben des Tieres hinweg bestehen bleiben können.

 

Unter den Böcken, den männlichen Ziegen, sowie zwischen Böcken und weiblichen Ziegen sind die Bindungen meist jedoch nicht stark ausgeprägt. Da die Weibchen im Vergleich zu den Böcken im Erwachsenenalter eher selten die Gruppe wechseln, begegnen weibliche Ziegen Neuzugängen gleichen Geschlechts meist auch entsprechend skeptisch. Dieser Umstand sollte also bedacht werden, wenn man zu einer Ziegenherde neue weibliche Tiere hinzufügt. Da ein Gruppenwechsel bei Böcken auch in der Natur eher die Regel als die Ausnahme ist, stellt dies auch in Gefangenschaft meist kein großes Problem dar, was natürlich nicht heißt, dass es nicht zu kleinen Auseinandersetzungen zwischen mehreren männlichen Tieren kommen kann.

Der Ziegenbock – nicht so stur wie sein Ruf

Kaum ein anderes Tier ist derart bekannt für seine bereits sprichwörtlich gewordene Sturheit wie der Ziegenbock. Auch sonst werden mit ihm eher weniger positive Attribute in Verbindung gebracht. In Wirklichkeit ist das Verhalten des Ziegenbocks – vor allem der latente Hang zur Aggression – eher äußeren Umständen wie der Haltung geschuldet als der Natur. Oft werden die Tiere auf zu engem Raum und zu isoliert gehalten. Eben gerade weil Ziegen ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen, spielt es eine große Rolle, wie mit den Tieren umgegangen wird, da diese ihr Verhalten entsprechend anpassen. Ein Bock, der stets derart behandelt wurde, als sei er aggressiv, wird dies unter Umständen auch werden. Auch von einem Tier, das nie die Gelegenheit hatte, durch das Zusammenleben mit anderen Ziegen sozialisiert zu werden, kann nicht erwartet werden, dass es dies von selbst lernt.

 

Ziegenböcke Während der Paarungszeit kann es zu Auseinandersetzungen kommen.

Der ewige Kampf um die Weibchen

Junge Böcke verlassen in der Regel die Gruppe, in der sie aufgewachsen sind, und schließen sich mit Altersgenossen zu einer Gruppe von Junggesellen zusammen. Zur Paarungszeit versucht jedes Tier, ein Weibchen zur Fortpflanzung zu finden. Dabei kann es zum Teil zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Männchen kommen.

 

Aber auch um die Rangordnung innerhalb der Gruppe auszumachen, geraten die Ziegenböcke regelmäßig aneinander. All das ist aber Teil des natürlichen Verhaltens der Tiere. Es ist unter Ziegen eher unüblich, dass jedes Männchen sich mit einem Weibchen paart. In der Regel gibt es einige besonders starke Männchen, die sich durchsetzen und dann einen Harem von Weibchen um sich scharen, mit dem sie Nachkommen zeugen, während die anderen Männchen leer ausgehen. Daher ist es auch in Gefangenschaft nicht unbedingt notwendig, dass jeder Bock sich paaren muss. Das mit Abstand wichtigste für die Tiere, egal welchen Geschlechts, ist es, dass sie in einer Gruppe zusammenleben können und nicht alleine gehalten werden.

 

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Bild 1: © Kaz / pixabay.com
Bild 2: © hbieser / pixabay.com

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