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Schlangenratgeber

Ratgeber zur Vermehrung und Zucht von Schlangen

Die Aufzucht von Schlangen ist eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe. Laien sollten nicht ohne professionelle Anleitung züchten und sich in den wichtigsten Fragen beraten lassen. markt.de bietet Ihnen dazu einen ersten Ansatz und zeigt in diesem Ratgeber die Vorüberlegungen auf und führt durch die Zeit von der Trächtigkeit bis nach der Geburt.

Vorüberlegungen, Vorbereitung

Giftschlange Die Schlangenzucht ist zeitintensiv und anspruchsvoll.

Schlangen versuchen sich bereits vor ihrer Geschlechtsreife zu paaren. Frühe Trächtigkeit kann jedoch zu Problemen wie sehr kleine Eier, Früh- und Totgeburten führen. Die Tiere sollten deshalb nach Geschlechtern getrennt aufgezogen und erst im Alter von zweieinhalb Jahren zusammengebracht werden. Kranke und geschwächte Tiere dürfen nicht verpaart werden.
Stellen Sie für eine erfolgreiche Vermehrung das Geschlecht Ihrer Tiere fest. Die Penistaschen des Männchens nach der Kloake schwanzwärts lassen sich gut erkennen. Sicher feststellen lässt sich das Geschlecht über die sogenannte Sondierung, die nur ein Tierarzt durchführen darf.
Halten Sie Schlangen ab der Winterruhe getrennt (bzw. drei Monate vor der Paarungszeit bei Tiere, die keine Winterruhe halten). Zur Paarungszeit kommen die Männchen zu den Weibchen, die ein Pheromon abgeben. Die Vergesellschaftung eines Weibchens mit mehreren Männchen steigert die Bereitschaft zur Fortpflanzung. Die in den folgenden Kämpfen unterlegenen Tiere müssen aus dem Terrarium entfernt werden.

Verpaarung und Geburt

Die Verpaarung lässt sich in den Morgen- oder Abendstunden beobachten. Das Männchen verfolgt dazu das Weibchen durch das Terrarium, bis es in der Stimmung ist. Der eigentliche Akt dauert zwischen 30 Minuten und mehrere Stunden. Es folgen etliche weitere Paarungsversuche. Stören Sie keinen davon! Sehen sich die Tiere zur Flucht genötigt, können sie sich die Geschlechtsorgane verletzen. Nach erfolgreicher Befruchtung dauert die Tragezeit bei Eier legenden Arten etwa 50 Tage, bei eilebend gebärenden Arten zwischen 100 und 180 Tage.
Bieten Sie der Schlange zur Eiablage eine geeignete Ablagemöglichkeit. Hierzu eignet sich zum Beispiel eine mit Moos gefüllte Kunststoffbox mit Schlupfloch. Bei leichter Feuchte und ausreichender Temperatur (ca. 28°) wird das Weibchen die Eier dort ablegen.

Ausbrüten und Schlüpfen der Jungtiere

Bereiten Sie einige Tage vor der Eiablage den Brutkasten vor. Die in den markt.de-Kleinanzeigen erhältlichen Inkubatoren eignen sich für die meisten Schlangeneier. Außerdem mit Brutsubstrat (Vermiculit und Wasser im Verhältnis 2:1) gefüllte Brutschälchen.
Legen Sie die Eier nach der Ablage vorsichtig in den Inkubator. Drehen Sie die Eier keinesfalls! Reptilieneier müssen in derselben Lage wie aufgefunden eingebettet werden. Die Temperatur soll bei 26-28° liegen (Pythons 29-31°), die Luftfeuchtigkeit bei 95%. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Entwicklung bei höheren Temperaturen schneller von Statten geht und mehr Männchen hervorbringt, bei tieferen andersherum. Für ein ausgewogenes Verhältnis ist ein Temperaturenmittel zu empfehlen. Unbefruchtete Eier werden verschimmeln oder vertrocknen. Sie gefähreden die gesunden jedoch nicht.
Kurz vor dem Schlüpfen bildet sich Schwitz an der Eischale. Überziehen Sie die Brutschälchen nun mit Gaze, um einer Flucht der Jungtiere vorzubeugen. Einen Tag später stecken die Schlangen den Kopf aus ihren Eiern und verharren einen weiteren Tag in dieser Position.
Nach der Geburt von lebend gebärenden Arten sind die Tiere aus dem Terrarium zu holen und in lauwarmem Wasser abzuwaschen. Daraufhin erfolgt die Einzelunterbringung in kleinen Terrarien. Dies gilt nach dem vollständigen Schlüpfen auch für die anderen Arten.

Aufzucht

Halten Sie die Jungtiere zunächst einzeln in Kleinterrarien. Die Temperaturen sollten in relativem Verhältnis zu großen Terrarien stehen. Nach zehn Tagen häuten sich die Tiere zum ersten Mal. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Sie das Tier zum ersten Mal füttern. Die meisten Schlangen werden von sich selbst fressen. Sollten sie das Futter verweigern, gibt es einige Kniffe, sie dazu zu bringen: Lassen Sie das tote Futtertier über Nacht im Terrarium. Waschen Sie es ab und reiben es mit Gras ab. Öffnen Sie den Schädel des Futtertieres, sodass das Gehirn austritt. Werden keine toten Tiere akzeptiert, versuchen Sie es mit lebenden Futtertieren. Zur größten Not müssen die Tiere zwangsgefüttert werden, allerdings nur vom Tierarzt.
Schlangen sind keine Tiere zum Schmusen, sondern benötigen Geborgenheit und vor allem Ruhe. Jungtiere sind sehr wendig und können leicht entkommen. Sie neigen außerdem dazu, ihren Halter in die Hand zu beißen. Fassen Sie eine Schlange nie an, wenn Sie zuvor ein Futtertier angefasst haben. Desinfizieren Sie sich am besten stets die Hände.

Checkliste vor dem Verkauf

Bevor Sie Ihre Schlange einfach und kostenlos bei markt.de inserieren , gehen Sie die folgende Checkliste durch.

  • das Terrarium muss ordentlich und gepflegt sein
  • ein ausgezeichneter Gesundheitszustand der Schlange ist unerlässlich - dazu zählen im Besonderen die folgenden Punkte
  • die Schlange muss wohlgenährt sein
  • sie darf nicht auf der Seite liegen (außer trächtige Tiere; hier ist die Eiablage jedoch abzuwarten)
  • sie muss frei von Parasiten sein
  • Atemgeräusche dürfen nicht zu hören sein
  • die Wirbelsäule muss unbeschädigt sein
  • das Maul ist geschlossen und frei von Schleim
  • der Körper ist frei von Geschwülsten und Knoten
  • Reste der Häutung sind Zeichen schlechter Pflege
  • die Kloake ist unverkrustet
  • zwei bis drei Tage zwischen letzter Fütterung und Verkauf verstreichen lassen
  • Jungtiere sollten bereits futterfest sein

Dem Verkauf Ihrer Schlange steht nun nichts mehr im Wege. Viel Spaß und Erfolg bei Aufzucht und Verkauf Ihrer Tiere!

 

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Bild 1: © Pixabay.com / miniformat65